eigentlich dachte ich es waere langweilig, aber trotzdem hab ich viel zu erzaehlen =)  Verfasst: Mittwoch, den 26. November 2008 16:18

zuerst mal will ich euch von meinem besuch in kibera erzaehlen. also wie schon gesagt ist kibera der groesste slum kenias und wenn ich mich nicht taeusche ganz afrikas. daher kommt es auch, dass ich zu fuss ca 2h unterwegs war und trotzdem nur ungefaehr ein viertel der siedlung gesehen hab. naja wenn man ehrlich ist sieht alles ein wenig gleich aus und deshalb kann man sich, wenn man sich nicht auskennt ganz schnell verirren. es ist ein slum, weil eben die behausungen aus wellblech und hoz bestehen. und nicht nur die behausungen, sondern auch die krankenhaeuser und schulen und kneipen und alles. kibera ist eine welt fuer sich, damit meine ich, dass man, wenn man nicht moechte, den slum nicht verlassen muss und trotzdem alles haben kann was man zum leben braucht. selbstverstaendlich gibt es in vielen (ich wuerd fast sagen den meisten) huetten elektrizitaet und auch die passenden geraete um diese zu nutzen. es mag abstrakt klingen, aber zur grundaustattung der meisten behausungen gehoert ein fernseher mit DVD player und natuerlich mindestens ein handy. auch diese dinge sind in kibera zu kriegen, so wie alles andere was man sich nur vorstellen kann. auch sauberes wasser ist vorhanden (denn das hahnenwasser ist lang nicht so schlecht wie man immer hoert, zumindest nicht in nairobi. ich trinken das wasser aus dem hahn nun seit mehr als zwei monaten und zwar ueberall in der stadt und es schmeckt nicht nur normal, ich hatte auch noch nie irgendwelche beschwerden, die aufs wasser zurueckzufuehren sind.) trotzdem ist das leben in einem slum nicht zu waehlen, wenn man eine alternative hat. nur das die leute die dort leben eben keine alternative haben. trotz allem sind die behauseungen eben nur wellblechhuetten mit gestampftem boden und ohne ricthige toiletten. nicht nur im slum sondern auch in den urbanen gebieten der durchschnittsbevoelkerung leben viele leute von der hand in den mund und sind auf gegenseitige hilfe angewiesen, meist von anderen familienmitgliedern oder freunden. nach dem motto "was mir gehoert, gehoert auch dir" werden die, denen es zeitweise oder auch laengere zeit nicht gut geht eben durchgebracht. es funktioniert auch aber natuerlich darf man sich nicht der illusion hingeben, dass es ein besonders einfaches leben ist oder ein leben mit viel luxus.

an dieser stelle will ich euch etwas erzaeheln, wozu ich eure besondere aufmerksamkeit brauche:
gestern (dienstag) bin ich, wie vorher schon mit anderen, mit einem der jungs nach hause gegangen. er wohnt in huruma, das ist eins tadtteil im osten der stadt, dort wo hauptsaechlich die finanziell durchschnittlich bis armen familien leben. wenn er in die ferien geht, besucht er immer seine tante, von deren situation ich euch hier erzaehlen will, und bleibt dort eine woche, bis er in sein wirkliches zu hause geht, nach kisumu, am viktoriasee.

seine name ist uebrigens ignatius ouma, er ist 17 jahre alt, hat gerade die 6. klasse als klassenbester abgeschlossen und ist einer der besten jungs im heim. immer engagiert und vor allem total nett und zuverlaessig. so genug der lobhudelei und zurueck zu seinem zu hause in huruma. seine tante lebt also in einem 9qm ein-raum-appartment mit ihren drei toechtern im alter zwischen 1-16 jahren und einem sohn ca 9 jahre. ihr mann ist lletztes jahr an AIDS gestorben. auch sie hat seit 2000 HIV und seit einigen jahren ist auch bei ihr AIDS ausgebrochen. momentan steht sie aber unter medikamenten und deshalb geht es ihr recht gut. keiner weiss aber wie lange das so sein wird. ihre vier kinder sind aber gott sei dank alle gesund auf die welt gekommen. ausserdem lebt dort nocht oumas schwester mary (19) mit ihrem sohn Ian (11 monate). mary ist genau wie ihr bruder sehr gut in der schule. das problem ist aber, dass sie nicht das "glueck" hatte wie ihr bruder, als strassenkind aufgepickt zu werden und jetzt umsonst bzw von den katholiken gesponsert zur schule gehen zu koennen. sie ist darauf angewiesen, dass ihre tante ihre schulgebuehren bezahlen kann. (denn obwohl man hoert, dass in kenia die schule jetzt umsonst ist, stimmt das nicht so ganz. der staat zahlt nur ca die haelfte der schulgebuehren, aber die schueler muessen noch immer eine fuer sie grosse summe aufrbringen um die schule besuchen zu koennen)
mary ist kommt jetzt in die 11. klasse von 12 schuljahren, was bedeutet dass sie noch zwei jahre vor sich hat, bevor sie die schule beendet und zur uni gehen kann. wie gesagt, sie ist ein intelligentes maedchen.
das problem ist folgendes: ihre tante kann nicht besonders viel arebiten, wegen ihrer krankheit  und natuerlich brauchen ihre eigenen kinder auch schulgeld. also ist es passiert, dass sie die letzten beiden terms (von mai bis juli und von september bis november) nicht in die schule gehen konnte. trotzdem hat sie gelernt und die pruefungen mitgeschrieben und dafuer das sie nicht in der scuhle war gut abgeschnitten.
noch eine kleine sache, bevor ich zum punkt komme. als ich also mit ouma und seiner tante auf dem weg zurueck in die stadt war, hat sie mich gefragt ob ich ne banane haben moechte. sie ist also gegangen und hat sweet bananas gekauft (diese kleinen baby bananen). sie hat nicht viel, aber am ende hab ich dann drei bananen in der hand gehalten, sie und ouma nur jeweils eine. die familie setzt ihre hoffnung in mich, einen sponsor fuer mary zu finden, denn ich bin der einzige mzungu den sie kennen und somit der einzige kontakt zu leuten, die ihnen helfen koennen.
also, fakten: die schulgebuehren fuer mary sind 200 euro pro term (pro 4 monate). der geuebte kopfrechner weiss also, dass das umgelegt 50 euro pro monat sind. (so viel wie der ein oder andere pro monat als handyrechnung hat =) vielleicht kommt euch die geschichte sehr dramatisch und mitleiderregend vor. leider hab ich aber nicht uebertrieben und ich koennte euch nocht mehr solcher geschichten erzaehlen, aber ich kann nunmal nicht jedem helfen.
meine bitte ist also, in euch zu gehen und euch zu fragen, was ihr tun koennt um mary zu helfen. die art der hilfe ist sehr simpel. Geld. und ich weiss gleichzeitig, dass es schwieriger ist, geld zu geben, als irgendwas anderes. warum auch immer...
ich bin sicher, jeder von euch erkennt die notwendigkeit der anfrage und ich kann mir die methoden der selbstentschuldigung vorstellen, damit man sich nicht schlecht fuehlt wenn man eigentlich nichts geben moechte. (spende schon fuer was anderes, wer weiss ob das geld auch dafuer genutzt wird, ich bin noch schueler/student und hab kein geld) ich frage deshlab niemanden, der alleinige spender zu sein. selbst wenn ihr euch ein t-shirt weniger kauft und stattdessen entscheidet, das geld zu spenden, oder wenn ihr einen kleinen teil des weihnachtsgeldes von eurer oma abzweigen koennt ist das schonmal besser als nichts)

wenn ich koennte, wuerde ich sie sponsorn, denn ich bin hier nun schon fuer eine weile und hab ein bisschen die mentalitaet der afrikander angenommen "was ich hab teil ich mit dir" aber auch ich kann nur einen kleinen teil uebernehmen (vllt 10euro pro monat). und deshalb frage ich euch, selbst wenn ihr euch entscheidet nichts beizutragen, denkt zumindest darueber nach und versucht euch, in die situation hineinzuversetzen.

nicht nur ich freue mich, wenn sich moeglichst viele von euch entscheiden vor allem ihr schueler und studenten ein bisschen was zu geben und andere vllt ein bisschen mehr =) versucht euch vorzustellen, was es fuer mary bedeutet, zur schule gehen zu koennen und was es fuer ihre tante bedeutet eine grosse sorge weniger zu haben oder diese grosse sorge zumindest verkleinert zu haben.
insgesamt reden wir ueber 1200 euro schulgebuehren (da sind noch keine buecher, uniform und pruefungsgebuehren von bezahlt) fuer zwei jahre schulbildung bis zum abschluss. und es ist bald weihnachten.

fragt andere leute, wenn moeglich. ihr koennt diesen text ausdrucken und damit erklaeren worums geht. versucht zb eine einzige person zu ueberzeugen mit euch zusammen was zu geben. das waer schon mal sehr erstrebenswert. zu weihnachten werdet ihr wahrscheinlich wie immer von spendenanfragen ueberrollt, aber das hier ist was persoehnliches, nichts anonymes. hier koennt ihr die wirkung eures geldes ums mal so zu sagen persoehnlich mitverfolgen.
wenn ihr euch fuer ein Ja entscheidet schreibt mir bitte (caro.falke@web.de) ich sag euch dann wohin.

ich bin gespannt. bis zum naechsten mal =)

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1 Kommentar(e)

  • jp

    Mi, den 18. Mär 2009 21:43

    wat soll dat gelaber


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