Wow, ist schon wieder ne ganz schoen lange zeit her, seit ich das
letzte mal geschrieben hab. Das heist wir sprechen ueber zwei
grosse events die seither vergangen sind. Beide hab ich innherhalb
der mauern von Bosco boys verbracht, da die anderen volunteers die
hier so in Nairobi sind mich normalerweise vergessen einzuladen,
wenn sie sich treffen und ich ohnenhin keine lust hatte mit lauter
europaern zu feiern. Da haben wir zum einen weihnachten: Es war im
grossen und ganzen wie erwartet, weihnachten kam und weihnachten
ging, ohne das ich es gross bemerkt haette. Nicht das wirs nicht
gefeiert haben hier in Bosco boys. Wir haben sogar recht grossen
aufwand betrieben, all die dekorationen, weihnachtslieder singen
und all der spass. Leider konnten fuer mich bei ca 35 grad
keinerlei weihnachtsgefuehle aufkommen. Das heist mein fest dieses
jahr bestand aus einigen guten mahlzeiten, als abwechslung zu dem
normal eher minderwertigen Bosco boys menu (hab ich euch davon
schon erzaehlt?) und einem ausflug zum schwimmen. ich muss zugeben,
dass ich die winterliche kaelte und solche netten angewohnheiten
wie plaetzchen backen und zum weihnachtsmarkt gehen regelrecht
vermisst hab. Dafuer werde ich mich naechstes jahr mehr ueber
weihanchten und winter im allgemeinen freuen als jemals zuvor =)
Sylvester war aehnlich. Der abend begann mit einem 2 stuendigen
gottesdienst (ach ja, in Kiswahili, wie auch an weihnachten) danach
haben wir tee getrunken in der kaelte der nacht und im endeffekt
den eigentlich jahreswechsel verpasst (so mit auf die uhr schauen
und zaehlen und so …10…9…8…)naja zwei
stunden spaeter als wir alle schon mitten in der disco waren, was
eigentlich den meisten spass gemacht hat, hab ich dann nochmal auf
die uhr geschaut und den jahreswechsel in meinem zu hause dort oben
im kalten Deutschland fuer mich allein eingezaehlt =) Ausserdem
hatten wir in den vegangenen zwei wochen besuch von zwei wazungu
aus der slovakei, henry und maria. Henry war hier in Bosco boys als
volunteer im jahr 2007 und kommt seither fast jede ferien, also
alle vier monate zurueck. Dieses mal hat er maria mitgebracht, die
vllt auch fuer ein jahr als freiwillige ins ausland will und
deshalb interessiert war das projekt zu sehen. Letzten Montag sind
sie wieder nach Hause gegangen. Ich wuenschte maria koennte fuer
den rest meines aufenthaltes hierbleiben, denn zum einen ist sie
ein echt nettes maedchen und ich versteh mich unglaublich gut mir
ihr (maedchen ist untertrieben, sie ist 29) und zum anderen ist es
echt gut mit nem anderen maedl und dazu nem europaeischen maedl
reden zu koennen. Eines der probleme auf die ich hier naehmlich
immer stosse, ist, dass es schwierig ist jemanden zum reden zu
haben. Zum einen sind hier wie ihr wisst ja nur jungs. Da hab ich
zwar auch den einen oder anderen mit dem ich echt gut reden kann
aber zum einen ist der kulturelle unterschied immer da und zum
anderen der geschlechtliche, das heist manchmal verstehen sie
einfach meinen punkt nicht und andererseits gibts einfach dinge
ueber die man mit keinem kerl aus keiner kultur reden kann als
maedchen =) Zum anderen reagieren meine katholischen aufpasser hier
immer sehr allergisch wenn ich ne besondere, freundschaftliche
beziehung zu einem der jungs hab, weil die sich sonst welchen
unsinn zusammenreimen Mit meinen kollegen kann ich auch nicht reden
denn die sind zum groessten teil neidvolle laestermaeuler, obwohl
sie normalerweise immer freundlich laecheln. Eine krankheit von
Bosco boys ist, das keiner keinem traut und wenn mans doch tut wird
man meistens enttaeuscht. Die afrikanischen maedels die ich hier so
treffe, sind auch nicht besonders als freundinnen geeignet, da sie
noch schlimmer sind als die Lehrer… Das heist trotz allem
nicht, dass ich hier niemanden zum reden hab, aber es versteht
einen eben keiner besser als jemand der aus der selben kultur
kommt. Im allgemeinen nagt momentan ein starkes gefuehl der
unmotivation an mir, aber da ich gehoert hab das das normal sein
soll, so um die weihnachtszeit also fast zur halbzeit, hoff ich
einfach mal das das bald wieder vorbei geht. Im dezember bin ich
uebrigens auch nicht gereist, da ich leider niemanden hatte mit dem
ich mir haette vorstellen koennen zu reisen und zum anderen wie
vorher schon erwaehnt, wenn die anderen volunteers trips machen,
sagen sie mir nicht bescheid. Um ehrlich zu sein geb ich nicht
besonders viel auf die gesellschaft der anderen die momentan hier
sind, denn ich hab festgestellt, dass ich ein ganz anderes afrika
kennen gelernt hab als die anderen und ich mich deshalb fehl am
platz fuehle, wenn ich mit ihnen unterwegs bin. Ich glaube alle von
ihnen leben in mehr oder weniger reichen gastfamilien, ihr projekt
ist nur ihr arbeitsplatz und in ihrer freizeit unternehmen sie
meistens was mit anderen weissen. Fuer mich ist das anders. Mein
projekt ist mein zu hause und meine freunde sind die jungs. Und der
unterscheid zwischen meinen afrikanischen freunden also den jungs
und deren afrikanischen freunden ist, dass meine nichts haben. Das
heist, kein geld, manche kein richtiges zu hause und obwohl die
jungs echt sauber sind haben ihre klamottn und schuhe eben oft
loecher weil kein geld fuer neue da ist. Ich hab eine seite von
kenia kennen gelernt, die die meisten der anderen vllt nur ein oder
zweimal zu gesicht bekommen haben seit sie hier sind, und vor dem
viele von ihnen zurueckschrecken, weil sie beispielsweise angst
haben, von dem essen und dem wasser krank zu werden und sich in
gegenden zu bewegen, die als gefaerlich fuer europaer gelten, es
aber eigentlich nicht sind. Die anzahl der annehmlichkeiten in
meinem leben hat sich seit ihr hier bin verglichen mit Deutschland
deutlich verringert und obwohl ich viele sachen mehr oder weniger
vergessen habe, wie zum beispiel kino, shoppen (ich hab mir seit
ich hier bin keine einzige neue klamotte gekauft), auto fahren,
europaeisches essen, internet im zimmer und solche spaesse um nur
ein paar zu nennen, ist es ab und an schwierig, denn den ein oder
anderen luxus beginnt man nach einiger zeit doch sehr zu vermissen.
Das ist ein anderer grund, warum mir der besuch von maria aus der
slovakei gerade jetzt in meiner durchhaengerzeit echt gut getan
hat. Wenn man zb einfach mal zusammen in den supermarket gehen kann
und ne tafel schokolade fuer 115 shilling kaufen und zusammen essen
und plaudern kann, da man weiss das dieser preis fuer den anderen
so bezahlbar ist, wie fuer einen selbst und man vergisst das einen
am tag vorher auf der strasse ne junge frau mit baby nach was zum
essen gefragt hat und man ihr die halbe portion pommes, deren
andere haelfte man gerade gegessen hat, gibt, weil man weiss das
man spaeter noch was anderes essen kann. Sie nicht. Jetzt hab ich
mal wieder ganz schoen viel und irgendwie ein bisschen
zusammenhanglos geredet. Wuensch euch allen die meinen berichten
treu folgen obwohl ich nur alle naselang schreibe und allen anderen
trotzdem noch ein frohes neues jahr, auch wenns schon zwei wochen
alt ist und bis zum naechsten mal!
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- eigentlich dachte ich es waere langweilig, aber trotzdem hab ich viel zu erzaehlen =)
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- so bin schon wieder online =)

es ist natürlich schade, dass die anderen so eine unterschiedliche auffassung von ihrem freiwilligendienst haben, andererseits bist du wohl klar im vorteil, weil du auch wirklich was bewirken kannst und weißt, wofür du es tust. und wegen dem reden: telefon und internet ist natürlich nicht das gleiche wie jmdn da zu haben, der das gleiche erlebt, aber du weißt ja, das wir hier alle immer ein offenes ohr haben 
Caro Wambui
Do, den 22. Jan 2009 14:47