(BILD James Mulwa, einer unserer Secondary Boys und ich)
So wir sind wieder voll im
schulalltag. Die 5te woche geht gerade zu ende. Mittlerweile macht
mir mein unterricht sogar ein bisschen spass. Davor hats mich
eigentlich eher gelangweilt bis genervt, da die schueler hier n
bisschen sehr unaufmerksam, stur und laut sind, manchmal aber auch
respektlos. Da hab ichs gut, dass ich das beliebteste fach von
allen unterrichte. Wenn ich nur einmal drohe, dass es bei
schlechtem benehmen keine praktischen computerstunden gibt erinnern
sich ploetzlich alle wieder an ihre manieren =) ich unterrichte
hier die klassen 4 und 5. Eigentlich muessten sie das gleiche alter
haben wie auch die viert und fuenftklaessler in D, aber aus vielen
gruenden (fehlendes geld, benoetigte arbeitskraft o.a.) fangen
viele schueler erst viel spaeter mit der schule an. Aus diesem
grund ist der altersschnitt in klasse 4 ca 12 und in klasse 5 so um
die 14. Ich hab hier in “meinem” computerraum insg. 20
PCs zur verfuegung, von denen allerdings nur 13 funktionieren. Da
wird ein ordentlicher unterricht bei einer klassengroesse von
durchschnittlich 35 schuelern zur herausforderung. Deshalb hab ich,
da ich pro woche und klasse je zwei comp stunden hab, beide klassen
in zwei gruppen aufgeteilt, so dass ich zumindest nicht mehr als 18
schueler auf einmal hier hab.
Das gute daran, dass ich eher die juengeren klassen unterrichte
ist, dass die kids mich eher als lehrerin und damit
autoritaetsperson akzeptieren als beispielsweise die von klasse 6
und 7. da ist naehmlich ca die haelfte der klasse so gross und fast
so alt wie ich…
Die kinder wissen eigentlich fast
gar nichts von computern. Die die schon letztes jahr bei mir im
unterricht waren koennen zumindest schon sicher mit der maus
umgehen und ordentlich den PC runterfahren (wobei man deutlich
sieht, dass einige mehr talent haben als andere). Die neuen
4rtklaessler haben groestenteils noch nie mit nem PC gearbeitet und
daher ist sogar das bedienen der maus ein problem und muss erst mal
ausgiebig geuebt werden. Klappt aber alles mit der noetigen
geduld.
Leider langweilen sich diejenigen, die schneller im lernen sind,
oder einfach schon mehr wissen. Dieses problem muss ich noch
irgendwie loesen, indem ich vllt ne dritte stunde dazubekomm und
dann meine schueler nach auffassungsgabe und wissenstand in
anfaenger, mittel und fortgeschrittene einteile. Das naechste ist
aber erstmal die vorbereitung einer mid-term pruefung, die in der
mitte eines jeden drei-monatigen terms geschrieben werden. Computer
gehoert jedoch, wie auch einige andere faecher, die nicht im
nationalen lehrplan fuer primary schulen vorgesehen sind, zum sog.
General paper. Das heisst es zaehlt nicht zum endpruefungsergebnis
dazu und ist eigentlich eher fuer den jeweiligen fachlehrer gedacht
um abzuchecken, wie ernsthaft die schueler bei der sache
sind.
Diese woche lerne ich auf jeden fall mti beiden klassen erstmal die
wichtigsten tasten auf der tastatur und ihre bedeutung. Angfangen
haben wir mit der leertaste, der loeschtaste (backspace) und der
shifttaste, weil die kids immer ganz wild drauf sind in
grossbuchstaben zu schreiben. Und zwar ausschliesslich. Ein
weiterer spleen ist, dass sie nicht wie normal einen wortabstand
zwischen die woerter setzen sondern die leertast gerne 5-10 mal
bedienen. Aber nicht nur die kinder mach das so, sondern alle =)
sieht extreme witzig aus.
Ok, genug von der schule geredet. Erzaehl ich euch mal von meinem
mid-year camp. Ja, ich kann es noch gar nicht richtig glauben, aber
ich bin hier in kenia schon seit 6 monaten. Nimefika huko august.
Kiswahili yangu ni mbaya lakini ninaimprove kila siku. (ich bin
hier im august hergekommen. Mein Kiswahili ist immer noch schlecht
aber ich verbessere mich jeden tag). Das gute an der jugensprache
“sheng” ist, dass man einfach Kiswahili und English
mixen kann, dass heisst wenn man mal ein wort in Kiswahili nicht
weiss, baut mans einfach in English ein =)
Ok wieder zureuck zum camp. Also am Sonntag, 25.jan, gings fuer
mich los aufs mid-year-camp von meiner organization. Wir waren 10
deutsche (war n reines weltwaerts camp) wobei nur vier von uns aus
kenia kamen, vier weitere sind aus Uganda angereist und die
restlichen zwei sogar aus Tanzania. Von diesen 10 leuten waren 9
maedchen und ein hahn im korb. Waren schone 5 tage und das beste an
dem camp an sich war das essen. Nach 6 monaten minderwertiges Bosco
boys essen mal wieder richtig geiles essen geniessen, sogar
teilweise zihemlich gut gelungene europaeische kueche, war schon
ein traum. (hab uebrigens, obwohl das essen in meinem project nicht
so der hammer ist, nicht abgenommen, zumindest stimmt die kilozahl
noch genau mit derv or meiner abreise ueberein, aber ich glaub ich
hab muskeln aufgebaut, als einziges maedel unter mehr als 100
jungs, vom ganzen kaempfen und so =)
n weiterer ziehmlich positiver punkt war, dass ich endlich zwei tolle leute zum reisen gefunden hab. Britta und annika aus Uganda. Wir haben uns vorgenommen ende april bis anfang main e tour zu machen. Fuer mich wird sie in Nairobi, Kenya starten. Von da aus gehts nach kampala, Uganda. Dort werde ich die maedels treffen. Sie zeigen mir ein bisschen ihre umgebung (ausserhalb von kampala, sind keine grosstaedter, so wie ich) dann wollen wir mit der faehre den viktoriasee ueberqueren nach mwanza, Tanzania. Dort werden wir die beiden maedels vom camp treffen, da sie dort wohnen. Wieder umgebung zeigen. Danach gehts mit dem 30km/h schnellen zug nach dodoma (der hauptstadt TZ’s, nicht Dar es salam, wie viele denken) von dodoma mit dem bus nach dar es salam und von da aus wieder mit der faehre nach Zanzibar, einer paradiesinsel im indischen ozean vor der kueste von Tanzania. Da wollen wir dann 4-5 tage urlaub machen. Ab da gehts fuer mich ueber mombasa wieder nach hause. Wir haben ca 3 wochen eingeplant und wir hoffen sehr, dass wir diese reise verwirklichen koennten. Waere auf jeden fall ein traum.
Ok, irgendwie schweife ich immer
wieder von meinem eigentlichen thema, dem camp ab. Naja wir haben
natuerlich ueber unsere erfahrungen und probleme gesprochen. War
gut, denn ich hab erfahren, dass andere leute viel groessere
probleme haben als ich. Im allgemeinen kann man sagen, dass fast
alle problem emit ihren chefs haben, aber die kinder ihres projekts
lieben sie. Ausserdem wurde noch ueber die rolle und die
persoenlichen empfindungen ueber weiss sein in afrika gesprochen,
was im allgemeinen eher anstrengend ist und manchmal einfach nur
nerven kann. Wir haben auch ueber unsere veranederungen gesprochen
und die dingen genannt, die wir vom naechsten halben jahr noch
erwarten und die wir noch erreichen wollen. Fuer mich sind das
folgende punkte: REISEN!!! Hab ich ja noch nciht wirklich gemacht.
Ausserdem will ich mein Kiswahili richtig auf vordermann bringen.
Ich bin hierher gekommen mti der erwartung als fliessende
kiswahilisprecherin wieder nach hause zu gehen. Lange zeit hab ich
daran gezweifelt, dasss ich jemals so weit kommen kann, aber in
letzter mach ich merkliche fortschritte. Ich sollte mir ausserdem
endlich mal ein woerterbuch zulegen. Ja und dann sind da noch n
paar kleiner dinge, projekte ueber die ich jetzt noch nichts sagen
will, weil ich nicht weiss, ob ich sie verwirklichen kann und/oder
will.
Abschliessend kann ich uebers camp sagen, dass ich mal wieder an
deutsche/europaeische verhaltensweisen und charaktereigentschaften
erinnert, die ich gar nicht vermisse, wie zb engstirnigkeit,
uebertriebene stressmacherei und intoleranz. Dinge, die mich schon
genervt haben als ich noch zu hause war, die mir jetzt aber noch
mehr auffallen. Andererseits hat es gut getan, mal wieder n
bisschen zeit mit leuten aus dem eigenen land und damit der eigegen
kultur zu verbringen, die meinen humor verstehen, bei denen ich
mich so kleiden kann wie ich will (also traegertops und so zeugs,
das ich Bosco boys niemals tragen koennte) und von denen man nicht
mit “caro give me …” genervt wird.
... Naja ich wünsch dir noch schöne weitere 6 Monate... n gruß aus deutschland
ich würd am liebsten auch gleich morgen in den flieger steigen!! ;-) 
Andi
Mi, den 11. Feb 2009 20:20